Neuer Kurs "Denkmalgerechtes Tauchen"

"Schutz den Wracks in der Ostsee"
erster Spezialkurs "Denkmalgerechtes Tauchen" an der Ostsee



Nach erfolgreichen Probeläufen am Bodensee und der Ostsee wurde im April 2004 ein neuer Spezialkurses „Denkmalgerechtes Tauchen“ beim VDST anerkannt. Zeitgleich fanden am 8./9. Mai 2004 die ersten Spezialkurse am Bodensee und an der Ostsee statt.

Der „Ostseekurs“ wurde vom Landesamt für Bodendenkmalpflege M-V zusammen mit dem Landesverband für Unterwasserarchäologie M-V, dem VDST, LTV M-V und der TSG Konstanz durchgeführt.

Als Veranstaltungsort wurde das Jugendschiff „Likedeeler“ in Rostock gewählt. Direkt an der Warnow gegenüber dem Hafen in einem maritimen Ambiente gelegen, waren hier Vortragsräume, Unterkunfts-, Verpflegungs- sowie Anlegemöglichkeiten an einem Ort konzentriert. Teilnehmer waren 7 erfahrene Sporttaucher aus Norddeutschland; als Ausbilder waren ein Archäologe aus Rostock sowie M. Eisenmann aus Konstanz vor Ort.


Bild 1: Teilnehmer und Ausbilder vor dem Schiff „Likedeeler“. Foto: A. Duerst


Unterwasserdenkmale erkennen, richtig betauchen und wiederfinden waren die Schwerpunkte des Programms. Um das zu vermitteln waren 5 Theoriemodule sowie 2 Freiwassertauchgänge an einem Denkmal in einem Zeitraum von 2 Tagen geplant.

Theoretische Lerninhalte des Denkmalgerechten Tauchens waren:

  1. Wasser als konservierendes Medium
    (Warum sind archäologische Unterwasserfunde wissenschaftlich besonders bedeutend? Welchen Einfluss habe ich als Taucher auf den Erhalt eines Unterwasserfundes)
  2. Recht und Ethos
    Nationale und internationale Regelungen und Vereinbarungen
  3. Kleine Quellenkunde
    (Schiffswracks, Alte Hafen- und Landeanlagen, Bauwerke und Siedlungsspuren im Wasser, Einzelfunde
  4. Praxis 1
    Denkmalgerecht Tauchen
  5. Praxis 2
    Fallstudie-Fundmeldung



Bild 2: Power Point Präsentation auf der „Likedeeler“. Foto: A. Duerst.


Aus logistischen Gründen wurden die beiden Freiwassertauchgänge während einer Schiffsausfahrt auf einem gecharterten Kutter durchgeführt. Die beiden geführten Tauchgänge fanden an Stahlschiffswracks in der Warnemünder Bucht statt. Trotz der geringen Wassertiefen von 4 bzw. 9 m stellten sich die Gruppenführung, Orientierung sowie exakte Tarierung als ähnlich anspruchsvoll dar wie in Binnengewässern.
Ein Fernsehteam des NDR begleitete die Praxisübung am Sonntag.



Bild 3: Eigner der "Seeadler" sowie Seminarteilnehmer. Videoprint: A. Duerst

Es wurden folgende Übungen durchgeführt:

  • Denkmalgerechtes Ankern: Der erfahrene Bootsführer wirft seinen Anker mithilfe GPS und Echolot gezielt so, dass das Tauchziel
    sicher zu betauchen ist und nicht beschädigt wird.


  • Körperstellung: Kopf und Brust bilden den tiefsten Punkt des tarierten Tauchers. Die Flossen befinden sich am höchsten Punkt.


  • Tarierung: Zentimetergenaues Tarieren über einem Objekt ohne Benutzung der Hände.


  • Horizontaler statt vertikaler Flossenschlag ermöglicht Schwimmen über Weichsedimenten ohne Aufwirbelung von Schwebstoffen.




Bild 6: Abtauchen zum Fundplatz. Videoprint: A. Duerst



  • Weitere Übungen, wie die Kreuzpeilung an Hand von Landmarken sowie eine Fundskizze, konnten z.T. in erstaunlicher Qualität von den Kursteilnehmern durchgeführt werden.

Bild 4: Beim Ankern.Videoprint: A. Duerst


Bild 5: Einweisung der Seminarteilnehmer. Videoprint: A. Duerst


Bild 7: Tarierung am Schiffswrack . Videoprint: A. Duerst




Bild 8: Fundskizze sowie Kreuzpeilung. Videoprint: A. Duerst



Verfasser: Henrik Pohl
Kontakt: henrik.pohl@gmx.de


Mehr Information sowie Kontaktadressen:

www.archaeologie-mv.de, www.museum-unter-wasser.de, www.vdst.de,
www.ltv-mv.de

Startseite | oben