Seefuchstour Rostock 2004

"Seefuchstour Rostock 2004"
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eine schiffsarchäologische Expedition zu unbekannten Wracks


Die regelmäßigen Expeditionsfahrten mit dem MS "Seefuchs" stellen für den Landesverband für Unterwasserarchäologie M-V eine der wichtigsten Möglichkeiten dar, neue Erkenntnisse zu den submarinen Fundplätzen an der Küste M-V´s zu gewinnen.
Die diesjährige "Seefuchstour" fand vom 19. Juni bis zum 09. Juli statt. Thomas Förster führte das Team die ersten 2 Wochen an Schiffswracks rings Rügen und zu Abschlussarbeiten an der Darsser Kogge.
Ab Freitag, dem 02. Juli übernahm der Rostocker Verein (Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V.) die Leitung der Expedition. Natürlich ohne den beiden Schiffern Ole und Klaus ihre Führungsposition streitig machen zu wollen ;-)




Abb. 1: Und sehnsüchtig wartet des Tauchers Frau, Foto: H. Pohl



Ziele waren vor allem bisher unbekannte oder schwer erreichbare Schiffsfunde in der Mecklenburger Bucht. Leider zwang uns der Wind in den ersten Tagen im Bereich von Rügen zu bleiben. Erst ab Montag konnten wir über Darß und Kadetrinne nach Rostock aufbrechen. Trotzdem gelangen uns zahlreiche Tauchgänge an bekannten und z.T. bisher unerforschten Schiffswracks.
Hier eine Liste der betauchten Schiffswracks (z.T. nur Arbeitsnamen):

  • Wittow 84 (bisher unerforschter Lastensegler mit Kalksteinladung)
  • Zinkrollenwrack (Kontrolltauchgang)
  • dänisches Schiff "Harald" (Kontrolltauchgang)
  • Amazone (Kontrolltauchgang)
  • Spiegelheckwrack - Borkum (bisher unerforschtes Segelschiffswrack nördlich Darsser Ort)
  • Glenboic-Bark (unerforschter, besterhaltener Frachtensegler in der Kadetrinne mit einer Ladung Schamottsteine aus Glenboic-Schottland)
  • Stahlsegler - Gaarden(Kontrolltauchgang)



Abb. 2: Andreas beim täglichen Mutsprung. Foto: H. Pohl


Hier einige Impressionen mit ausgewählten Fotos vom Spiegelheckwrack sowie der Glenboic-Bark:

Teil 1: Glenboic-Bark


Abb. 3: Unsere tollen Arbeitsskizzen (hier Glenboic-Bark).


Abb. 4: Funde aus dem Achterschiff der Glenboic-Bark. Foto: H. Pohl.


Abb. 5: geborgener Schamottstein mit Inschrift:
versucht es doch selber zu entziffern !
Foto: H. Pohl.


Abb. 6: Flaschen (z.T. noch original versiegelt) aus dem Achterschiff.
Foto: H. Pohl


Abb. 7: Ziegelladung in situ. Foto: H. Pohl


Abb.8: Mastloch im Oberdeck: ein Indiz für sauber gezogene Masten nach dem Untergang.
Foto: H. Pohl


Abb. 9: tiefer Riss in der Backbordbordwand. Ursache ?.
Foto: H. Pohl


Abb. 10: Bronzenes Speigatt von der Steuerbordseite.
Foto: A. Fichtner



Teil 2: Spiegelheckwrack - Borkum


Abb. 11: Arbeitsskizze von St. Tietze.


Abb. 12: Achtersteven mit Ruderblattaufhängung. Foto: H. Pohl.


Abb. 13: Namensinschrift: BORKUM. Schiffsname oder Heimathafen?.
Foto: H. Pohl


Abb. 14: Stefan Tietze beim Skizzieren des Spills. Foto: H. Pohl.


Abb. 15: eisernes Spill. Foto: H. Pohl


Abb. 16: Steuerbordbordwand mit Kupferbolzen. Foto: H. Pohl.

Eine unterwasserarchäologische Expedition voller unterschiedlicher Eindrücke:
Rügen mit der zerklüfteten Küste, die immer eine windsichere Position und klares Wasser bot; Darß und Kadetrinne mit aufgewühltem Wasser, schlechter Sicht und dichtem Schiffsverkehr; eine Sturmausfahrt mit 12 Vereinsmitgliedern vor Rostock - am nächsten Tag begleitete uns ein Fernsehteam bei spiegelglatter See und berichtete im Wissenschaftsmagazin des BR.

Die beiden Schiffswracks (Borkum und Glenboic-Bark) konnten sicherlich nur ansatzweise erforscht werden. Sie stellen aber lohnende Aufgaben für die Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. dar. Weitere Ausfahrten sollen stattfinden und helfen, Details zusammenzutragen, um die Geschichte hinter dem Wrack sichtbar zu machen.


Mein herzlicher Dank gilt allen, die diese Expedition ermöglicht haben; vor allem der Schiffsführung des MS "Seefuchs" (leckere Küche und sichere Ankerplätze), den Vereinsmitgliedern der Gesell.f.Schiffarchäologie sowie Thomas Förster und Egbert (A. Grundmann) für die Organsisation und Bereitstellung der Technik.




Verfasser: Henrik Pohl
Kontakt: henrik.pohl@gmx.de


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