Fischland, Darß und Zingst - eine Küste voller Wracks

Fischland, Darß und Zingst - eine Küste voller Wracks


Die Halbinsel Fischland, Darß und Zingst zieht sich wie ein Ellenbogen erst nordöstlich, dann in Richtung Osten bis fast an Hiddensee heran.

Bei Nord- und Nordweststurm wurde diese Halbinsel traurige Endstation einer überdurchschnittlich großen Anzahl von Seglern, Dampfern und Fischerbooten.

So sind aus dem Bereich Fischland und Westdarß 63 Positionen bekannt. Aber auch der Norddarß und Zingst weisen 117 Schiffsuntergänge auf. Schon in den 70-er Jahren wurden viele dieser Schiffswracks durch Rettungsschwimmer mit einfachsten Mitteln untersucht und durch Herrn D. Mohr katalogisiert.



Seit den 90-er Jahren findet eine regelmäßige Luftbildprospektion an diesen Küsten statt, durch die zahlreiche Strandungswracks bis zu 6 m Wassertiefe gefunden werden konnten.


Luftbild eines Schiffswracks vor Ahrenshoop (Foto: O. Braasch)



Die Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. betrachtet momentan dieses Gebiet als ihr Hauptarbeitsfeld. Das Tauchboot „Sunny“ mit Sommerliegeplatz im Nothafen Darßer Ort kann für die Prospektionsfahrten genutzt werden.


Prospektionsfahrt mit der "Sunny" (Foto: H. Pohl)


geografische Karte: Fischland, Darß und Zingst








Während mehrerer Expeditionen mit dem MS „Seefuchs“ wurden viele Wracks geortet und untersucht. z.B die Darßer Kogge (link MoSS)



Kielschwein der Darßer Kogge
(Foto: R. Obst)




Mehrere Schiffswracks konnten neu oder wiederaufgefunden und exakt positioniert werden, so z.B. das „Pfingstwrack“ oder jüngst das „Müggenburgwrack“.



Vermessungen am "Pfingstwrack" (Foto: A. Duerst)




Weit vor der Küste des Westdarß, schon fast an der Kadetrinne liegt auf 20 m Wassertiefe ein “Stahlsegler“. Dieses noch sehr gut erhaltene Schiff konnte mehrmals betaucht, aber noch nicht exakt identifiziert werden. Indizien sprechen für eine Datierung in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts.



Schraube und Ruderblatt des "Stahlseglers" (Foto: A. Duerst)



Seit dem Jahr 2002 wird der praktische Teil des Schiffsarchäologischen Seminars der Universität Rostock auf Zingst durchgeführt. Das gut erreichbare und interessante Schonerwrack „Ella“ war Gegenstand der Vermessungsübungen für die internationalen Seminarteilnehmer des VII. Schiffsarchäologischen Seminars.


Verfasser: Henrik Pohl
Kontakt: henrik.pohl@gmx.de




Startseite | oben