Schiffsarchäologisches Seminar


Das 12. Schiffsarchäologischen Seminar 2011 in Rostock


Vom 25.07.2011 bis zum 30.07.2011 wurde das traditionsreiche Schiffs-archäologische Seminar der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. (im Landesverband für Unterwasserarchäologie M-V) erneut durchgeführt. Ziel dieser Ausbildungsreihe ist die Vermittlung von Grundlagenwissen auf dem Gebiet der Schiffsarchäologie in Theorie und Praxis.



Abb. 1: Seminarteilnehmer vor dem Veranstaltungsort MS "Likedeeler", Foto: H. Pohl.



Nach einigen Jahren der Pause fand das Schiffsarchäologische Seminar in Rostock erneut statt. Einige Voraussetzungen hatten sich geändert: Es ist inzwischen kein universitäres Seminar der Universität Rostock mehr, dafür fand eine großzügige finanzielle Unterstützung durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V statt. Die Zielgruppe waren auch nicht mehr primär Studenten, sondern historisch interessierte Sporttaucher und Bodendenkmalpfleger. Eine Anerkennung dieser Veranstaltung als Weiterbildung für ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger in M-V wurde durch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege M-V ausgesprochen. Dieses Seminar wurde als VDST-Spezialkurs „Unterwasserarchäologie“ angeboten und durch den Abnahmeberechtigten H. Pohl brevetiert. Verantwortliche für die Organisation und Durchführung waren M. Siegel und H. Pohl. Als Ko-Dozent und Vorsitzender des Landesverbandes für Unterwasserarchäologie e.V. hatte Herr K. Schaake an diesem Seminar für zwei Tage teilgenommen.




Abb. 2: Seminarteilnehmer und Bootsbauer auf der historischen Bootswerft des Schifffahrtmuseums Rostock. Foto: H. Pohl



Abb. 3: Seminarteilnehmer und Bootsbauer auf der historischen Bootswerft des Schifffahrtmuseums Rostock. Foto: H. Pohl



Eine erfreuliche Anzahl von 16 Teilnehmern konnte das Seminar besuchen, davon 13 Teilnehmer für den praktischen Teil und drei Studenten, die nur an der Theorie teilnahmen. Ebenso erfreulich war der hohe Anteil von acht Interessierten aus dem Heimatbundesland M-V.


Abb. 4: Seminarteilnehmer auf Exkursion im Schifffahrtmuseum Rostock. Foto: H. Pohl



Der theoretische Teil umfasste drei Tage mit Vorlesungen und Besuchen auf einer historischen Bootswerft und dem Schifffahrtsmuseum Rostock. Inhaltlich trug die Theorie den Titel „Schiffsarchäologie im Ostseeraum“ (Dozent H. Pohl). Anhand der Betrachtung bedeutender Schiffswracks von den Anfängen bis zur Neuzeit soll ein Überblick über deren Geschichte und aktuelle Forschungen erlangt werden. Im zweiten Teil des Seminars werden wichtige Untersuchungsmethoden der Unterwasserarchäologie vorgestellt. Die Palette reicht dabei von einfachen Such- und Dokumentationsmethoden für Sporttaucher bis zu neuen, hochtechnischen Lösungen der Aufgabe - Vermessen unter Wasser. Wichtige Aspekte des theoretischen Teils waren das denkmalgerechte Tauchen, das Verhalten bei Erstfunden mit Überblicksskizze und Fundmeldung sowie die aktuelle Denkmalschutzgesetzgebung. Besonderes Augenmerk wurde in diesem Jahr auf die neuen Dokumentationsrichtlinien des Landesverbandes für Unterwasserarchäologie M-V e.V. gelegt. Der Verfasser K. Schaake konnte als Ko-Dozent ausführlich auf diese neuen Standards eingehen.



Vor Beginn der anspruchsvollen Tätigkeit unter Wasser, wurden die Arbeiten erst "trocken" am Strand vor der MS "Likedeeler" geübt.


Abb. 5: Seminarteilnehmer während einer Vermessungsübung am Warnowstrand. Foto: H. Pohl





Abb. 6: Seminarteilnehmer bei der Zeichenübung mit dem Zeichenmessrahmen, Foto: H. Pohl.


Abb. 7: Ausfahrt mit dem Tauchboot der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V., Foto: M. Siegel.



Für den praktischen Teil wurden grundlegende Vermessungsmethoden von unter Wasser liegenden Schiffswracks erlernt und an zwei submarinen Fundplätzen in der Warnemünder Bucht angewendet. Im Vordergrund stand dabei die Anwendung des Leitfaden für denkmalpflegerische Unterwasserarbeiten des Landesverbands für Unterwasserarchäologie M-V e.V.. Es kamen Trilaterations- und Offsetvermessungen sowie Zeichenübungen mit dem Zeichenmessrahmen über und unter Wasser zur Anwendung. Der Zeitumfang betrug 35 Stunden. Auf Grund der schlechten Wettersituation konnten nicht alle geplanten Tauchgänge durchgeführt werden. Eine Zeichen- und Messübung fand am Fundplatz (Schnatermann) ohne Tauchgerät statt.


Abb. 8: Seminarteilnehmer vor den Strandtauchgängen in Hohe Düne. Foto: H. Pohl




Abb. 9: Seminarteilnehmer bei zunehmender Brandung vor Hohe Düne. Foto: H. Pohl



Ein Höhepunkt war die Erkundung eines Wrackfundplatzes vor Warnemünde. Dabei wurden in zwei Tauchgängen beeindruckende Überblicksskizzen und Fundplatzprotokolle angefertigt.


Abb. 10: Seminarteilnehmer während der Messübungen an einem Schiffswrack vor Warnemünde. Foto: M. Siegel



Abb. 11: Seminarteilnehmer während der Messübungen an einem Schiffswrack vor Warnemünde. Foto: M. Siegel


Abb. 12: Übersichtsskizze des Schiffswrack vor Warnemünde, Rostock. gemessen und gezeichnet: Team K. Teuwsen, H. Simon, S. Lange, O. Tamm



Während des Sturms konnte in den ruhigen Gewässern des Breitlings an einem abgewrackten Schiff weitere Dokumentationsfähigkeiten trainiert werden.


Abb. 13: Seminarteilnehmer während der Messübungen an einem Schiffswrack vor Schnatermann, Rostock. Foto: H. Pohl



Abb. 14: Übersichtsskizze des Schiffswrack vor Schnatermann, Rostock.
Zeichner: K. Teuwsen, H. Simon


Henrik Pohl, Martin Siegel
2011-08-16



Startseite | oben