QUELLENGRUPPEN IN MECKLENBURG-VORPOMMERN

Auf dieser Seite finden Sie eine Kurzbeschreibung der meisten archäologischen Quellengruppen, die in Mecklenburg-Vorpommern unterwasserarchäologischen Untersuchungen zugänglich sind. Beachten Sie bitte dazu die weiterführenden links zu einzelnen Themen.



Schiffswracks

Seit Jahrtausenden wird auf der Ostsee und den Binnengewässern des heutigen Mecklenburg-Vorpommerns Schiffahrt und Handel getrieben. Nicht selten kam es infolge von Naturgewalten zu Havarien mit Totalverlust. Von wissenschatlichem Interesse ist dabei nicht allein das untergegangene Schiff, sondern auch das Schiffsinventar, die Ausrüstung der Besatzung und die Ladung. Diese Objekte sind wichtige Quellen für die Erforschung von ehemaligen Handelsbeziehungen, Seekriegen und dem Leben an Bord. Derzeit sind vor unseren Küsten mehr als 800 Wrackpositionen bekannt, doch liegen Informationen über tausende weitere Schiffsuntergänge vor. Neu entdeckte und noch nicht eingestufte Wrackfundstellen werden zumeist einer Kurzbewertung durch Tauchereinsatz unterzogen und ggf. auch einer kleineren Untersuchung (Fischland) oder bei entsprechendem wissenschaftlichem Wert und Gefährdung durch Umweltfaktoren sogar geborgen, wie etwa das Gellen-Wrack aus dem 14. JH.

Steinzeitliche Siedlungsplätze

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Untersuchung steinzeitlicher Küstensiedlungsplätze. Die Ostsee ist geologisch ein sehr junges Meer, das erst im Verlauf der letzten 9000 Jahre durch den nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstieg seinen heutigen Zustand erreicht hat. Durch diesen Meeresspiegelanstieg sind auch die steinzeitliche Siedlungsplätze nach und nach überflutet worden.
Die bisher untersuchten und z.T. neu entdeckten steinzeitlichen Fundstellen befinden sich entlang der gesamten Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Dazu gehören Stationen im Greifswalder Bodden, vor der Nordwestküste Rügens, vor Zingst und dem Darß und vor Kühlungsborn. Ein besonderer Schwerpunkt der Forschungen liegt in der Wismarbucht (steinzeitliche Siedlungsplätze )

Sperr- und Befestigungsanlagen

In kriegerischen Zeiten wurden die Fahrrinnen und Hafeneinfahrten durch besondere Anlagen gesichert. Teilweise wurden Pfähle eingesetzt und mit Ketten verbunden oder man errichtete Schiffssperren, indem man ganze Schiffe an strategisch wichtigen Punkten versenkte, wie dies zum Beispiel im Wismarer Hafen geschah (Wismar Hafen)

Hafenanlagen

Vor einigen Hansestädten und Seefahrerdörfern konnten Überreste von alten Molen und Fahrwasserbefestigungen untersucht werden. Der Unterhalt solcher Bauwerke war immer eine kostenintensive Aufgabe und so geben diese als Pfahlsetzungen, Steinanhäufungen oder mit Steinen verfüllte Holzkisten erkennbaren Anlagen wichtige Hinweise zur jeweiligen Hafen- und damit auch zur regionalen Wirtschaftsgeschichte, z.B. die "Steinkisten" im Rostocker Breitling. (siehe auch:Wismarer Hafen)

Brücken

Pfahlreihen in Flüssen und Seen sind häufig Hinweise auf historische Brückenanlagen. Die seit dem frühen 7. Jahrhundert im Gebiet des heutigen Mecklenburg-Vorpommern siedelnden Slawen verbanden ihre Inselsiedlungen und Burgen mit dem Festland über Brückenkonstruktionen, die teilweise beträchtliche Wassertiefen überwanden.

Kemladen

Kemladen sind Burganlagen aus dem 13./14. Jahrhundert, die über dem Wasser errichtet wurden. Ihre Überreste erkennt man heute an starken Pfählen, die in den Seegrund gerammt wurden und die einen rechteckigen Grundriß aufweisen (Kemladen).

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