REMAINS OF HARBOUR FACILITIES AT ROSTOCK

Not only restricted to the major cities of the Hanseatic League, but also associated with minor trading places, traces of harbour-structures and protective measures for sailing lanes can be found. They often consist of poles, stone heaps or box-shaped wooden constructions filled up with stones. As they must have been very expensive to erect and maintain, they bear witness to the specific places' economic importance at a given time. You could have a look at an example at Rostocks river outlet to the Baltic

LageplanIn 1995 deepening measures in the river Warnow in Rostocks major saling lane started. Affected by this work, wooden remains of uncertain date had to be investigated close to the little island "Pagenwerder". Since the history of Rostocks outer harbour situation is somewhat controversial, important informations on this subject matter could be expected. The structure itself obviously consisted of box shaped frameworks, filled up with stones and branches

Rostocks river outlet todayThe island "Pagenwerder" is the rest of a former peninsula, penetrating from the western border of the river Warnow until 1837. Up to this date, ships had to go around the eastern tip of this peninsula, passing the very harbour town of Warnemünde (which means "the mouth of the river Warnow"), Rostocks medieval seaharbour. In 1837 the peninsula was cut over, allowing ships to go in a straight line to/from Rostock, using the so called "New Deep". This sealane again became outdated and replaced by its modern counterpart, a little bit more to the east. The "New Deep" changed name to "The old sealane" and was blocked at the inner end, forming a nowaday charming sports- and fishing harbour.

The general situation seems clear so far, but for the very beginning of Rostocks sea port, another scenario was discussed too: it was held to be possible, that in the middle ages the outlet of the river Warnow was situated much more east to the modern outlet, where traces of at least two wooden constructions still remain. Anyhow, a first single sample could be dated by means of dendrochronology to the time of the Napoleonic wars...


port remains from the middle ages or napoleonic times?

Die Steinkisten im Breitling, südlich der heutigen Insel Pagenwerder, standen also 1995 im besonderen Interesse der Archäologen, weil hier eine ausgedehnte Anlage unbekannten Alters vorlag, von der man sich weitere Aufschlüsse über die Rostocker Hafensituation erwarten konnte. Eine Zusammenstellung der Ergebnisse der Untersuchungen findet sich im Sammelband "Archäologie unter Wasser".

Im Ergebnis konnten drei unterschiedliche Teilanlagen festgestellt werden, von denen sich die östlichste (I) als längste noch vorhandene Struktur über mehr als 500m verfolgen läßt, die mittlere (II) sich um die Ostseite der Insel herumzieht und die westlichste sich fast genau Nord-Süd-orientiert von der Insel ausgehend auf etwa 200m verfolgen läßt, etwa parallel zu Anlage I.

Die Konstruktion ist unterschiedlich. Während es sich bei I und II tatsächlich um isolierte, untereinander nachträglich verbundene "Kisten" handelte, ist Anlage III als fortlaufende Holzkonstruktion gebaut worden. Verwendet wurden Kiefer und Eiche, die Verfüllung der Kisten bestand aus Faschinen und großen Feldsteinen, bei Anlage III auch hier abweichend aus Bruchstein. Die entnommenen Dendroproben ergaben überwiegend eine Datierung in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, die einschlägigen Schriftquellen sprechen allerdings von einem fortwährenden Ausbesserungsprozeß, bei dem neue auf alte Kisten aufgesetzt wurden, da letztere im Sand versackten. Das Alter der Gesamtanlage ist also womöglich noch wesentlich höher anzusetzen und könnte bis in das 15. Jahrhundert zurückreichen, weil seither die Technik der Steinkisten nachzuweisen ist.

Mittelalterliche Fahrwasserbefestigung
Anlage I in Aufsicht und Querschnitt

Die Funktion der Breitlingskisten ist aus den Schriftquellen nicht unmittelbar zu ersehen, da sie zwar oft in Zusammenhang mit Reparaturen erwähnt werden, aber ihre Aufgabe nicht genannt wird. Dennoch ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß sie dazu dienten, die Warnow so zu kanalisieren, daß eine genügend hohe Strömungsgeschwindigkeit entstand, um einer Versandung des Fahrwassers vorzubeugen - ein Phänomen, mit dem man in Rostock sehr zu kämpfen hatte, und dem viele Ansätze beim Hafenbau galten. Das Luftbild vermittelt einen Eindruck davon, wie aufwendig die Gesamtkonstruktion gewesen sein muß, eine wie große Bedeutung die Stadt Rostock ihr also zuschrieb. Rechnet man die aus den Schriftquellen bekannten seeseitigen Befestigungen hinzu, wurde hier eine enorme Aufgabe bewältigt.

(Michael Stoß)